Segelregatta am Wörthersee

Segelregatta am Wörthersee

Zwei Segel erhellend die tiefblaue Bucht! Zwei Segel sich schwellend zu ruhiger Flucht! Wie eins in den Winden sich wölbt und bewegt, wird auch das Empfinden des andern erregt. Begehrt eins zu hasten, das andre geht schnell, verlangt eins zu rasten, ruht auch sein Gesell. C.F. Meyer

Endlich ist auch mein Segelboot aus dem Winterlager und wieder im Wasser. Sowohl das Boot als auch ich: Wir sehnen uns nach einer Regatta. Letztes Jahr hat meine Frau mir neue Segel geschenkt – und ich habe im Winter in der Segelakademie die Fortbildung mit dem verheißungsvollen Namen Fortbildung „Vorne sein und vorne bleiben“ besucht. Was soll da noch schief gehen? In dieser Saison werden wir wohl die schnellsten sein?

Am Wochenende kommt dann alles gut zusammen: Der junge und sehr Initiative Yachtclub in Pörtschach veranstaltet seine “Frühsommer Regatta” und ein sehr sportlicher Freund aus Wien ist zu Besuch in Kärnten. Ich überrede meinen Freund mit mir zu segeln. Das Segelboot, eine „Streamline“, ist eigentlich ein drei Mann Boot, aber am Wörthersee – so heißt es – ist ja immer recht wenig Wind, also wollen wir zu zweit segeln.

Mit weißen T Shirts und kurzen blauen Hosen treffen wir als Gentleman Segler am Boot ein. Das neue Segel geht schwer hinauf wegen großer Spannung. Aber wir schaffen es und sind schnell fertig zum Ablegen. Wir wollen noch ein paar Manöver üben vor dem Start, aber es ist so heiß, dass wir zunächst noch ins Wasser springen müssen.

Bei zu wenig Wind legen wir schließlich von der Boje ab. Es wird schon ein Wind kommen – und während ich das denke und auch sage sehe ich aus Pörtschach einen dunkeln Streifen auf der Wasseroberfläche herkommen. „Wind kommt“, sage ich zu meinem Freund, der dies für “Wörthersee Latein” hält. Ein paar Minuten später sind wir mitten drin. Sturm. Schaumkronen. Ein sicheres Zeichen für Wind über 5 Beaufort. Es sind plötzlich kaum andere Boote am See. Uns macht es Freude: an Bord ist bald Alles gut geregelt und wir zischen nur so über den See. Die raumen Kurse funktionieren gut, allerdings würde ich mich nicht getrauen, so den Spinnaker zu setzen. Die „Am Wind“ Kurse machen uns mehr zu schaffen“: trotz ganz gefierter Segel krängt das Boot so, dass wir kaum Fahrt machen. Zu blöd, dass wir zu zweit gefahren sind ohne einen schweren dritten Mann.

Wir segeln eine Stunde, aber der Wind lässt nicht nach. Schliesslich beschließen wir, die Regatta gegen ein Essen mit unseren Damen einzutauschen. Vorher müssen wir aber noch die Boje in der sturm offenen Westbucht erwischen.

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I am sailing

Das Anlegemanöver klappt gut und schon bald sind wir in einem reizenden kleinen Restaurant namens Rosé am See und bestellen Rosé Wein und Calamari. Natürlich lässt der Wind gleich ein bisschen nach und wir schauen sehnsuchtsvoll nach Pörtschach zum Start der Wettfahrt. Der Rosé Wein, Sonne, Wind und besonders unsere Damen lenken uns aber so ab, dass wir die Regatta gleich vergessen und wir fühlen uns herrlich bei dem gemütlichen Treffen mit alten Freunden.

Für das nächste Mal werd ich aber trotzdem nach einem dritten Mann suchen und bei der Wettfahrt dabei bleiben.

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