Schneerose

Schneerose verkündet Frühling

Für Kärntner macht es auch Sinn, manchmal ÜBER die Grenze zu schauen, besonders im Vorfrühling! So entschlossen wir uns ganz spontan, einen Ausflug nach Piran zu unternehmen. Die Vorgabe war: Mittagessen am Meer!

Über den Loiblpass und weiter nach Laibach und Koper ist man von Klagenfurt aus in 2 Stunden am Ziel. Blauer Himmel, Sonne und eine frische Meeresbrise erwarteten uns in Piran, der alten Hafenstadt, die lange Jahre in venezianischer Hand war. Davon zeugt auf vielen Gebäuden der bekannte Löwe. Am Piazza Tartini, benannt nach dem Komponisten Giuseppe Tartini, mit seinen bunten Häusern und dem venezianischen Turm herrscht in den Cafés in der Sonne um die Mittagszeit schon reges Treiben. Wir schlendern zwischen dem Kai mit Fischerbooten und dem Piazza dahin, entdecken gleich um die Ecke einen kleinen Marktplatz wo das Angebot schon ganz frühlingshaft ist: frische Schnittsalate, Artischocken, grüner Spargel, Wildkräuter und die ersten Erdbeeren. Ein kleines Fischgeschäft bietet allerhand frischen Fang: Goldbrassen, Wolfsbarsche, Sardinen, Muscheln und Scampi….. Das regt den Appetit an und so wandern wir, vorbei am Hotel Piran, der Uferpromenade entlang. Dort reiht sich ein Fischrestaurant an das nächste. Wir entscheiden uns für die Taverne Amfora und gönnen uns ein Glas Malvazia, ein herrlicher Weisswein aus der Region, während wir die Karte studieren und der nette Ober, der sämtliche Sprachen zu beherrschen scheint, uns über das Tagesangebot informiert. Die schöne Terrasse des Lokals ist gut gefüllt, die anderen Gäste sprechen slowenisch, englisch, deutsch und erstaunlicherweise auch französisch! Wir bestellen gegrillte Jakobsmuscheln und Branzin und geniessen die Sonnenstrahlen und das Rauschen des Meeres nur wenige Meter von uns entfernt.

In Kärnten ist es doch noch sehr winterlich Anfang März und wir stellen fest, dass soeine Eskapade mitten unter der Woche durchaus seine Reize hat. Nach einem Verdauungsspaziergang durch die schöne Altstadt mit den kleinen Gassen und vielen Kirchen, fahren wir nach Portoroz, das wesentlich “touristischer” und weniger reizvoll ist, aber sicher auch einen Besuch wert.

Für die Heimreise wollen wir eine andere Route nehmen und biegen nach der Ausfahrt Brnk/Ljubljana Airport von der Autobahn ab, um über den Seebergsattel wieder nach Kärnten zurückzufahren. Dieser ist eher schlecht ausgeschildert, aber mit etwas Geduld findet man dann doch einen Wegweiser, Jezerski Vrh. Es ist spät nachmittags, im Tal verschwindet die Sonne schon langsam hinter den Bergen, aber wir sehen die noch schneebedeckten Gipfel im Abendlicht und wollen die Sonne nochmals “einholen” – also heisst es: Gas geben! Die Strasse geht steil bergauf und plötzlich findet man sich im herrlichen Seeländer Talkessel, (Jezersko). Der Kessel liegt schon im Schatten, aber die Karawanken leuchten noch in der Sonne. Von dort aus könnte man etwas später im Jahr eine Bergtour in Angriff nehmen. Wir fahren weiter und passieren den alten Grenzposten. Die Strasse schlängelt sich entlang der Vellach. Vereinzelt sieht man schöne alte Bauernhöfe und Häuser mit dem typisch südkärntnerischen Walmdach und mit Holzschindeln gedeckt. Keine Bausünde trübt dort noch das Auge…. Links und rechts neben der Strasse blühen unzählige Schneerosen. Wir bleiben stehen und ich nehme ein kleines Sträusschen mit.

So endet unser Kurzausflug und ich empfehle allen Lesern, das auch einmal auszuprobieren. Man könnte ja auch im Hotel Piran am Meer übernachten…. Ein Grossteil dieses alten Hotels wurde schon umgebaut, die meisten Zimmer haben einen kleinen Balkon mit herrlichem Blick auf das Meer.

Antoinette Geake

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