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Blick auf verregnetes Grades von Sankt Wolfgang

Pfingsten, das liebliche Fest war gekommen. Es grünten und blühten Feld und Wald. Auf Hügeln und Höhen, in Büschen und Hecken übten ein fröhliches Spiel die neu ermunterten Vögel. Jede Wiese spoßte von Blumen in duftenden Gründen. Festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.“ So sah Goethe das Pfingsfest, wie wir aus Reineke Fuchs wissen.

Wir sehen es auch so, können uns allerdings nicht so blumig ausdrücken. Und: heuer regnet es in Strömen zu Pfingsten. Wir freuen uns über den Regen, den die Natur hat sich schon nach Wasser gesehnt. Nun bekommt sie davon – reichlich.

Nach dem Mittagessen beschließen wir, Reineke Fuchs beiseite zu legen und – trotz der Witterung – eine Ausfahrt zu machen. Wir rollen durch die Landschaft, sitzen komfortabel in unserem Auto und hören ein Klavierkonzert von Schubert.

Unser Ziel ist das Metnitztal, dieses. liegt etwas Abseits unserer üblichen Routen. Die Orte haben hier Namen, die für mich vornehm mittelalterlich klingen: Sankt Salvator, Sankt Georgen, Grades, Metnitz. Wir fahren vorbei an stattlichen, schlossartigen Bauernhöfen. Mit Ihren großen Stadeln liegen sie inmitten gepflegter Felder. Sie wirken stolz und unnahbar – und dieser Eindruck wird verstärkt durch Einfriedungen mir Schmiedeeisernen Toren.

Die Kirchen stehen wie aufgefädelt auf kleinen Hügeln über dem Talgrund, so dass man immer von einer Kirche zur nächsten sehen kann.

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Kirche von Sankt Georgen mit dem Messnerhaus

In Sankt Georgen angekommen, hört der Regen freundlicherweise etwas auf – Zeit auszusteigen und herum zu spazieren. Die blühenden Wiesen übertreffen fast noch die Goethesche Beschreibung. Aus der Ferne sieht man die Burg Grades.

Auf dem Weg dahin, beschließt meine Frau, noch einen kleinen Umweg zu fahren: Hinauf auf den Bergrücken, bis zu einem reizenden Gasthaus. Es stehen etliche Autos davor und es tut uns fast leid, dass wir keinen Hunger haben.

Danach spazieren wir durch Grades. Ein altes Haus mit Lobisser Fresken an der Fassade ist dem Verfall ausgeliefert. Oben über Grades thront eine zweite Kirche, umgeben von einer Wehrmauer. Wir müssen im Reiseführer nachlesen, um uns zu informieren: St. Wolfgang, eine gotische Wallfahrtskirche. Wie oft bei unseren Fahrten durch Kärnten, sind wir verblüfft von der Fülle der schönen alten Bausubstanz.

Als es wieder zu tröpfeln beginnt, machen wir uns auf den Heimweg. Über eine Alm fahren wir hinüber ins Gurktal und von dort gemütlich weiter nach Hause.

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